Wenn sich zwei Hobbies treffen…

… kann was besonderes bei raus kommen. Und auch ein etwas längerer Blog-Post, also macht es euch schon mal gemütlich. ☺️ Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich euch noch gar nicht meine kleine Dunkelkammer gezeigt habe. Das holen wir dann jetzt auch mal nach.

Vorletzte Woche hatte ich bei einem Spaziergang mit Tobi die Idee ein paar Makroaufnahmen von meiner Gitarre mit der Hasselblad 1000f  zu machen. Also habe ich mir letztes Wochenende meine Gitarre, die Hassy, Stativ und einen Ilford FP4+ (für die nicht eingeweihten, ein toller Schwarz-Weiß-Film) geschnappt und mich in unser Arbeitszimmer verkrochen. Mein kleines Setup seht ihr hier.Das Licht war toll, schön mit Sonne durch’s Dachfenster. Und meine neuen Makroringe konnte ich dann auch gleich noch ausprobieren. Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr einen der Ringe zwischen Objektiv (übrigens das Zeiss Tessar 80mm 2.8) und der Kamera als schwarzen Einsatz. Für ein bisschen zusätzliches Licht, als die Sonne geschwächelt hat, hat dann noch eine LED Schreibtischlampe gesorgt.Der Blick durch den Lichtschachtsucher hat mich schon umgehauen. Und nicht wundern, das Bild in diesen Suchern ist immer seitenverkehrt.Die 12 Bilder des Rollfilms waren schnell voll, so viele schöne Details haben sich finden lassen. Also war im Anschluss direkt das Entwickeln des Films angesagt. Auf dem nächsten Bild hängt der dann auch schon zum Trocknen im Bad. Sieht schon sehr vielversprechend aus. Und dieses Wochenende war dann Dunkelkammerzeit angesagt. Unser Bad eignet sich dafür perfekt und lässt sich komplett verdunkeln. Dazu kommt dann der Belichter, ein kleines Ungetüm mit gut 18 kg Gewicht. Zum Glück lässt der sich einfach auseinander bauen, so kann ich ihn gut verstauen und schnell allein auf und ab bauen. Hier seht ihr ihn schon auf seinem Platz in der Dunkelkammer.Unser kleiner Campingtisch leistet mir da übrigens auch immer sehr gute Dienste. 😁 Zusätzlich braucht es noch ein paar Schalen für Entwickler, Stoppbad und Fixierer, die finden ganz praktisch Platz auf dem Waschbecken. Und natürlich die Rotlichtlampe nicht zu vergessen.Und dann kann es auch schon los gehen. Negativ aussuchen und einlegen, gewünschte Vergrößerung einstellen (in meinem Fall diesmal 18 x 18 cm), scharf stellen, Licht aus, Papier einlegen und Belichter an.

Wobei, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Es gibt unzählige Einstellungsmöglichkeiten, von der Papierwahl über Filter, die den Kontrast einstellen, bis hin zur Belichtungszeit und Lichtintensität. Und aus dieser Vielzahl von Möglichkeiten gilt es, die richtigen für genau das eine Negativ zu finden.

Dafür fertige ich kleine Teststreifen z.B. zur Ermittlung der richtigen Belichtungsdauer an, wie auf dem folgenden Bild zu sehen. Die blaue Notiz oben sind die Werte, für die ich mich dann entschieden habe: Filtergrad 3.5, 12 Sekunden Belichtung bei Blende 11.Auf dem folgenden Bild seht ihr den ausgewählten Bildausschnitt dann im Belichter mal ohne Papier, an dieses darf nämlich kein Licht ran kommen und schon die Beleuchtung des Handydisplays würde es ruinieren.Deshalb gibt’s auch keine Bilder vom Entwicklungsprozess. Aber ich kann euch den letzten Schritt zeigen, da darf dann nämlich auch das Licht wieder an sein. Zum Abschluss muss das Bild nämlich ausgiebig baden, um die ganze Chemie zu entfernen. Dazu schwimmt es dann noch ca. 10 Minuten in einem Schälchen in der Badewanne mit lauwarmen Wasser (also Wellness pur quasi).Trocken dürfen die Bilder dann auf dem Wäscheständer, ich finde immer, das sieht sehr witzig aus.Und hier alle auf einen Streich, fein säuberlich zugeschnitten und so angeordnet, wie ich sie mir auch gemeinsam in einem Rahmen vorstellen könnte. Aber so ganz entschieden, was ich damit machen, hab ich mich noch nicht.Und weil es immer so schwierig ist, die Tonwerte und Strukturen auf den Bildern in einem Foto von den Abzügen zu zeigen, folgen jetzt noch ein paar Scans der Negative. Ich hoffe, sie gefallen euch genau so gut wie mir. Eine wahre Augenweide so eine Gitarre, oder? Ach so und falls ihr euch jetzt fragt, was für eine das überhaupt ist: eine Fender Paramount PM-3 Deluxe.

Ich geniesse die Zeit in meiner kleinen Dunkelkammer immer sehr, so ganz für mich und bei mir. Nur ein bisschen gute Musik, die Vorstellung davon wie das fertige Bild aussehen soll und ich. Das Vorgehen zur Ermittlung der richtigen Parameter hat schon was meditatives, Parameter einstellen, entwickeln, Ergebnis checken, Parameter anpassen, wieder alles von vorn und wenn dann alles passt, das finale Bild ausbelichten. Der Moment, wenn es im Entwicklerbad langsam auf dem Papier auftaucht ist wirklich magisch. Ich muss mal überlegen, wie ich das für euch filmen kann, ohne den Prozess negativ zu beeinflussen.

Ich hoffe, ihr hattet beim lesen und schauen genau so viel Spass wie ich in der Dunkelkammer und beim Schreiben dieses Beitrags.

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