Uralt…

… ist die Kamera, die ich heute benutzt habe. Es handelt sich um ein altes Erbstück meines Opas, seine erste Kamera. Seit langem wollte ich wissen, ob sie noch tut, so richtig getraut habe ich mich aber immer nicht.

Heute nun sollte es endlich soweit sein. Also erstmal einen Film in die Altissa Juwel eingelegt. Die benutzt das gleiche Rollfilmformat wie unsere Hasselblad, das war also kein Problem.Das Design und die Konstruktion der Kamera stammt übrigens aus dem Jahr 1936. Ganz so alt dürfte meine nicht sein, vermutlich ein Nachkriegsmodell, geändert zum ursprünglichen Design hatte sich da aber nichts. Viel einstellen kann man nicht an ihr, es gibt zwei Blenden zur Wahl: f8 und f16, Belichtungszeit ist entweder 1/25 oder man kann über einen Drahtauslöser länger belichten. Das war’s auch schon. Scharf wird alles ab ca. 2,5 m Abstand abgebildet.

Ich muss gestehen, ich hab mich ganz schön verloren gefühlt bei den ersten Bildern. Zwar hab ich mal mit einer Belichtungsapp, die ich auch für die Hasselblad nutze um die richtige Belichtung zu bestimmen, geschaut welche Blende und Belichtungszeit so zu meinem Film passend wären, aber wie gesagt man kann ja nicht wirklich viel einstellen. Zumindest hatte ich die Gewissheit, dass es so halbwegs passen müßte, sicher war ich mir aber bis zum letzten Bild nicht.

Zu Hause angekommen, hab ich den Film dann direkt entwickelt, jetzt wollte ich es doch wissen. Die Negative haben mir dann schon mal die erste Sorge genommen, ja funktionieren tut sie noch und so ganz falsch schien die Belichtung auch nicht zu sein.Und nach ein paar Stunden abwarten, bis die Negative getrocknet waren, hab ich sie dann auch gleich noch in den Scanner gepackt.

Ich muss sagen, ich bin sehr positiv überrascht, zumal die Lichtverhältnisse heute alles andere als toll waren, die Sonne hat sich mal wieder nur kurz gezeigt, sonst wieder alles nur grau in grau.Bei Blende f16 ist die Kamera erstaunlich scharf. Auch der Bildausschnitt gefällt mir ganz gut. Leider habe ich bisher keine Informationen gefunden, welcher Brennweite das Objektiv entspricht. Ich tippe aber mal auf 80mm, das ist im Mittelformat ein Normalobjektiv, ähnlich den 50mm im bekannten Kleinbild. Damit entspricht es etwa unserem natürlichen Gesichtsfeld.

Aber lang genug geredet, hier noch ein paar mehr Bilder. Wenn es wieder ein bisschen mehr Farbe und weniger grau in grau draußen gibt, möchte ich gern auch mal einen Farbfilm mit der Juwel belichten. Bin gespannt wie der rauskommt.

Ansonsten ist heute mal wieder erheblich mein Respekt für die Fotografen vergangener Zeiten gewachsen und die Erkenntnis, wie wenig ich Lichtsituationen deuten kann und das, obwohl ich schon mehr als 20 Jahre fotografiere. Die modernen Kameras mit integriertem Belichtungsmesser machen es einem da schon sehr einfach, dafür entwickelt man weniger die Fähigkeit ein Motiv auch ohne technische Hilfsmittel komplett einschätzen zu können. Andererseits freue ich mich gerade sehr, auch noch nach so langer Zeit etwas neues in meinem Hobby entdecken und lernen zu können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: