Eine alte Lady…

… ist letzte Woche bei uns eingezogen. Ja, es ist mal wieder eine Kamera. Und bevor ihr jetzt sagt, hat die da nicht genug davon, halte ich dagegen und sage, kann man je genug Kameras haben?

Aber Spaß beiseite, ja ich hab schon eine ganz schöne Sammlung, digital, Kleinbild analog und sogar eine ganz alte Mittelformatkamera. Aber, die neue gehört nicht nur mir, sondern Oliver und ich haben uns gemeinsam entschieden, ihr ein neues Heim zu geben. Und so ist sie dann bei uns eingezogen, die Hasselblad 1000f.Na, ist sie nicht hübsch? Und wenn man bedenkt, dass sie schon aus dem Jahr 1956 stammt (das hat uns ihre Seriennummer verraten), ist es schon erstaunlich wie jung sie noch aussieht. Sie war damals eine von knapp 10500 gefertigten Exemplaren und ist immer noch ein Beispiel für zeitloses Design.

Sie kam aber nicht allein, sondern hat gleich noch eine ganz hübsche Sammlung an passenden Objektiven mitgebracht. Gefunden haben wir sie bei einem Händler in Österreich und so wussten wir zumindest schon mal, dass alles in einem sehr schönen und funktionstüchtigem Zustand ist.

Oh und bereits der erste Blick durch den großen Lichtschachtsucher war eine Freude. Gar nicht zu vergleichen mit den kleinen Suchern aktueller Kameras.Das erste Filmeinlegen war dann aber trotzdem ziemlich spannend. Zwar habe ich eine alte Mittelformatkamera, die Juvel, von meinem Opa, aber die habe ich noch nie benutzt. Und Mittelformatfilm, auch Rollfilm genannt, ist doch so anders als der Kleinbildfilm, den man so kennt. Auf dem Bild seht ihr das Magazin, in das er kommt und den Film selbst. Ganz witzig die Rollen, so mit lichtdichtem Papier und Klebestreifen verschlossen.

Tja und dann konnte es auch schon los gehen. Am Sonntag waren wir das erste mal unterwegs. Sie passt praktischerweise ganz gut in meine kleinste Fototasche. Ja und so durfte unsere alte Lady dann Frischluft schnuppern und hat sich auch im Wald ganz gut gemacht. Die ersten beiden Filme waren auch schnell voll, einer in Farbe, einer schwarz-weiß. Und dann hieß es erstmal einen Tag warten, Filme zum entwickeln bringen, nochmal einen Tag warten und hoffen, dass wirklich alles geklappt hat! Man war ich aufgeregt, als ich die Negative abgeholt habe. Keine Sorge, die sind in Plastikhüllen verpackt! Nicht, dass ihr noch denkt, ich fasse die mit bloßen Händen an oder so.

Und falls ihr euch nun fragt, warum nur Negative. Naja, ganz sicher kann man bei so alten Sachen ja nie sein, ob alles funktioniert wie es soll, aber um das zu prüfen reichen ja erstmal die Negative. Und was soll ich sagen, alles in Ordnung. Kamera ist lichtdicht, der Verschluss tut was er soll und der Filmtransport auch.

Vorgestern Abend habe ich dann die Negative gescannt und muss sagen, ich bin sehr zufrieden. Das ist unglaublich spannend zu sehen, wie die langsam Gestalt annehmen.

Vom Schwarz-Weiß-Film gefällt mir von meinen Bilder das hier von Tobi am besten.Und Oliver hat seinen GT-AMG ziemlich genial abgelichtet, finde ich. Sieht doch aus wie in einem Prospekt, oder?

Und beim Farbfilm gefallen mir die folgenden Bilder am besten. Ich hab übrigens nichts an den Farben geändert, die sind so direkt vom Film. Sieht toll aus, oder?

Gestern Abend habe ich dann noch ein paar Bilder gedruckt, so auf Papier ist es doch einfach nochmal was anderes.

Die Rollfilme haben übrigens immer nur 12 Bilder je Film, ist also ein kurzer Spaß. Da wird man ziemlich achtsam bei der Motivwahl.

Wenn sie nicht in Benutzung ist, das die Lady übrigens ihre Zeit mit dem anderen Kameras verbringen. Da macht sie sich auch recht gut. Mal sehen, was uns als nächstes vor die Linse springt. Aber ihr seht, für Nachschub hier im Blog wird gesorgt!

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