Heute mal was praktisches…

… oder auch „Hosen kürzen leicht gemacht“.

Da ich ja nicht all zu groß geraten bin, muss ich immer mal oder besser fast immer neue Hosen kürzen. Eine Schneiderin hat mir da mal einen Trick gezeigt, wie das vor allem bei Jeans recht schnell geht.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der original Abschluss des Hosenbeins erhalten bleibt, der sieht ja bei vorgewaschenen Hosen wie eben bei Jeans immer anders auch, als wenn man die Hose abschneidet und neu säumt.

Im folgenden Bild seht ihr den Saum der neuen Jeans, den ich gern erhalten möchte.Hose01

Als ersten müsst Ihr natürlich die Hose anziehen und mindestens ein Bein soweit umschlagen wie es gekürzt werden soll. Zum Anprobieren ziehe ich immer Schuhe an, weil man dann die Länge einfach besser einschätzen kann als Barfuß. Nach dem Umschlagen die Hose vorsichtig wieder ausziehen, damit nix verrutscht.Hose02

Nun von der Unterkante das Saums bis zur Bruchkante abmessen, wieviel Zentimeter ihr eure Hose kürzen müsst.Hose03

Im nächsten Schritt wird’s jetzt spannend. Jetzt schiebt ihr nämlich den Umschlag soweit zurück, dass er von der Oberkante des Saums bis zum Umschlag nur noch halb so lang ist, wie ihr die Hose kürzen müsst. Ich muss 14cm kürzen, also muss mein Umschlag jetzt 7cm lang sein. Bitte achtet beim vorherigen und bei diesem Schritt genau auf die Fotos, damit ihr seht von wo bis wo ich messe!Hose04

Wenn der Umschlag nun um das ganze Bein genau richtig breit umgeschlagen ist, stecke ich das ganze zur Sicherheit noch fest. Eigentlich würden da vier Nadeln um den Umfang verteilt reichen, aber ich nehme an den Beinnähten einen Nadel rechts und links, damit die Nähte später auch wieder schön aufeinander passen.Hose05

Und nun kommt auch schon die Nähmaschine ins Spiel. Ich benutze den Reißverschluss-Nähfuss und nähe mit einem einfachen Geradstich genau an der Saumkante entlang. Nähfüßchen ganz an die Saumnaht, Nadel links und los geht’s, einmal rund rum. Im zweiten Bild hab ich mal die Nahtlage eingezeichnet, den weißen Faden sieht man nicht so gut. 🙂Hose06 Hose07

Mit dem zweiten Bein verfahrt ihr ganz genau so und habt damit den größten Teil bereits hinter euch.

Jetzt ist der Moment gekommen, in dem Ihr noch mal probieren könnt, ob alles mit der Länge passt. Einfach den abgenähten Teil nach innen ins Hosenbein klappen, reinschlüpfen und wenn ihr richtig gemessen habt, dann passt die Hose schon fast perfekt. Falls nicht, habt ihr euch vermessen, macht aber nix, ist ja noch nichts abgeschnitten. Einfach noch mal die Naht auftrennen und von vorn beginnen. Nun seht ihr auch, warum bei dieser Methode der ursprüngliches Saum erhalten bleibt. 🙂Hose08

Im nächsten Schritt wollen wir den unnötig gewordenen Streifen Stoff noch los werden. Dazu noch mal den Stoff aus dem Hosenbein rausziehen. Diesmal kommt der normale Nähfuß Eurer Nähmaschine zum Einsatz. Auf dem abgenähten Stoffstreifen wird nämlich nähfüßchenbreit einmal mit einem engen Zickzack-Stich um das Bein herum genäht.Hose09

Im folgenden Bild seht ihr noch mal wie die erste gerade Naht und die Zickzack-Naht nebeneinander liegen. Die eine direkt über dem Saum, die andere ein Stück weit entfernt.Hose10

Falls Ihr vorhin nicht noch mal anprobiert habt, sollte ihr es spätestens jetzt tun. Noch ist es nur fummelig die Nähte aufzutrennen, falls ihr Euch vermessen habt.

Im nächsten Schritt kommt nämlich die Schere um den überflüssigen Stoff los zu werden zum Einsatz. Schneidet nun ganz nah an der Zickzack-Naht entlang den überschüssigen Stoff ab. Achtet darauf, dass ihr auf der richtigen Seite schneidet, die Zickzack-Naht soll am Hosenbein bleiben.Hose11

Wenn der Stoffstreifen ab ist, müsst es so aussehen:Hose12

Jetzt nur noch den neu entstandenen schmalen Rand nach innen einschlagen und mit ordentlich Dampf drüber bügeln (zulässige Temperatur beachten) und dann seid Ihr eigentlich schon fertig. (ich habe im folgenden Bild nur nach innen eingeschlagen und noch nicht gebügelt) Sieht cool aus, oder?Hose13

Ich habe zusätzlich den umgeschlagenen Rand noch mit unsichtbarem Nähgarn (ja sowas gibts, sieht ein bisschen aus wie Angelschnur nur dünner) neben den Beinnähten gesichtet, so schlägt sich das ganze nicht wieder so leicht nach unten um, aber dieser Schritt ist nicht umbedingt notwendig. Also noch mal das Reißverschluss-Füßchen einbauen und mit ganz kurzen Nähten abgesteppt.Hose14

Fällt fast nicht auf. 😉Hose15

Falls Ihr keinen Reißverschluss-Fuss habt funktioniert das ganze natürlich auch komplett mit dem normalen Nähfuss, dann müsst Ihr bei den entsprechenden Nähten nur darauf achten, dass die Nadel immer schön knapp am Saum / den Beinnähten einsticht.

Besonders schön finde ich an dieser Methode auch, dass man jedes Garn nehmen kann, es muss nicht farblich passen, es verschwindet ja im Hosenbein. Nur wenn Ihr das ganze noch so sichern wollt wie ich braucht ihr Garn in Hosenstoff-Farbe oder eben in farblos (zum Beispiel das hier).

Ich hoffe diese kleine Anleitung hat euch gefallen und ein paar neue Infos gebracht. Ich würde mich sehr über Euer Feedback freuen, macht Ihr solche Arbeiten ähnlich, kennt Ihr andere einfache Wege? Macht gern umfangreich Gebrauch von den Kommentaren!

Ach so, ein Tipp noch zum Schluss, wascht die Hose am besten vor dem Kürzen. Meine Erfahrung ist, dass vor allem Jeans beim ersten Waschen noch gut 1 bis 2 Zentimeter eingehen und wenn das nach dem Kürzen passiert sieht’s doof aus. Also Hose kaufen, ab in die Waschmaschine und ruhig auch noch mal schön heiß in den Trockner und dann an die Nähmaschine!

 

 

 

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