Ein bisschen gruselig…

… wird es in meinem heutigen Beitrag. Wir haben nämlich den Dom in Roskilde besucht und der ist nicht nur Teil des UNESCO Weltkulturerbe, sondern eben auch die Grabstätte der Dänischen König und Königinnen und somit eine Ansammlung von Särgen, Krypten und Sarkophagen.

Aber fangen wir mal außen an. Wie viele Kirchen im Norden ist auch dieser Dom aus Backstein gebaut und auf den ersten Blick wirkt er zwar groß, aber doch etwas unspektakulär und schmucklos.Auffällig sind vor allem die beiden Kuppel rechts und links und die doch ein bisschen verschreckenden Darstellungen am Hauptportal, wobei auch dieses in Anbetracht der Größe der Kirche recht überschaubare Ausmaße hat. Wenn man den ganzen Dom von außen abgeht, finden sich dann aber doch noch ein paar sehr schöne Verzierungen und eine recht fein gestaltete Fassade. Die Stimmung im Inneren hat mir sehr gut gefallen, obwohl recht viel los war, haben sich die Besucher irgendwie in dem riesigen Gemäuer verlaufen und man konnte die Ruhe genießen.Sehr beeindruckend sind die verschiedenen Grabkapellen, welche, je nach dort bestattetem König, doch sehr unterschiedlich gestaltet sind. Die Gestaltung einiger der Grabstätten macht einem erst so richtig bewußt, welch großes und einflußreiches Königreich Dänemark mal war. Eine der ersten Kapellen die man betritt, ist die Glücksburg Kapelle mit dem Grab von Christian IX und seiner Frau Louise. Da fühlt man sich irgendwie in die Antike zurück versetzt. Sehr beeindruckend sind hier auch die drei Figuren, die den Sarkophag begleiten: Erinnerung, Trauer und Liebe. Alle drei Figuren sind wunderschön gearbeitet, wobei es mir die Liebe besonders angetan hat. Besonders gefallen hat mir die Kapelle von Christian IV. (zu ihr gehört übrigens auch die schöne Außenfassade) Schon die Gitter am Eingang sind unglaublich reich verziert und sehr schön gearbeitet.  Und auch die Kapelle selbst ist ziemlich beeindruckend gestaltet. Ich habe noch nie Wand- und Deckengemälde gesehen, die so dreidimensional wirken. Verrückt gell, die ganzen Streben und Säulen sind tatsächlich, wie das Bild, nur an die Wand gemalt, wirken aber täuschend echt. Und auch der Sarg von Christian IV. ist sehr schön und im Vergleich zum Prunk des Raumes recht schlicht gestaltet.Ich schaffe es gar nicht, euch hier alle Könige und Königinnen aufzuzählen, die in Roskilde begraben liegen. Wie gesagt ein bisschen gruselig ist es im Dom schon. Aber ein Grab möchte ich euch dann doch noch zeigen. Fein verziert und trotzdem recht unscheinbar im Vergleich zu manchen anderen hier, liegt da Margarete I. direkt hinter dem Altar im Hochchor. Aus der Nähe fand ich das gar nicht so beeindruckend, aber von der Empore aus, ist mir das besondere Licht aufgefallen, das durch die Fenster nur auf ihre Ruhestätte fällt, der Sarg scheint fast zu strahlen.Reichlicher verziert sehr ihr im Vordergrund des oberen Bildes noch die Särge Frederik IV. und seiner Frau Louise und dazwischen eine kleinen Ritter (Herzog Christoph). Die Verzierungen hier reichen von sehr hübsch (kleine Edelsteine in weißen Alabaster beim kleinen Ritter) zu mittelschwer gruselig (an einem der Sarkophage im Hochchor).

Keine Sorge, vor lauter Grabstätten hab ich aber nicht vergessen mir auch die Kirche an sich anzuschauen. Und weil wir schon mal beim Hochchor sind, hier eine ganz niedliche Schnitzerei die ich gefunden habe.Die Orgel ist auch wunderschön und ich kann euch sagen, sie klingt auch ganz wundervoll.Und zum Abschluss unseres kleinen Rundgangs gibts natürlich auch den Altar noch von vorn. Der ist nämlich sehr beeindruckend und im ersten Moment ist man schon ein bisschen erschlagen und weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll.

Alles in allem ein Besuch, der sich wirklich lohnt. Die ganzen Särge machen schon ein bisschen sentimental, das gebe ich zu. Aber zu sehen, wie sich die Bestattungen sich so über die Zeit geändert haben und wie aufwändig und mit welchen künstlerischen Fähigkeiten die meisten Grabstätten gestaltet sind, hat mir sehr gefallen.

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