Aus 2D wird 3D…

… aber nicht wie ihr jetzt vielleicht denkt mit dem 3D-Drucker. Nein, nein ich meine mit der Nähmaschine, mal wieder ITH, also In The Hoop.

Seit kurzer Zeit bin ich sehr glückliche Besitzerin der Bernina V7 Sticksoftware und nachdem die beiden Kissen mit R2D2 und BB8 ja so schön geworden sind, wollte ich unbedingt ein ITH Projekt ausprobieren, also ein Plüschi, komplett mit der Stickmaschine gefertigt. Und da ich das R2D2 Kissen ja eigentlich verschenken wollte, aber nun doch nicht hergeben mag, hab ich mich nochmal für R2D2 entschieden, zum verschenken brauch ich ja nun Ersatz. 🙂

Im ersten Schritt stand also erstmal wieder das Digitalisieren, so nennt sich die Erstellung der Stickdatei am Rechner. Hier seht Ihr das Kerlchen in meinem Rechner schon fast fertig vorbereitet.20160612_R2D2_ITH_01Gar nicht so einfach, wenn man das zu ersten mal macht, fragt nicht, wie viele Nacharbeiten und Arbeitsstunden ich gebraucht habe bis er soweit war und auf die Maschine durfte.

Eine ganz tolle Funktion der V7 Software ist, dass man sich die Umrisse für die Stoffzuschnitte der Applikationen direkt ausdrucken kann. Das habe ich genutzt um mit meinem Brother Scan’N’Cut die Stoffe entsprechend zuzuschneiden. Zuerst werden die Ausdrucke mit dem Scan’N’Cut eingescannt und somit direkt in der richtigen Größe und in eine lesbaren Dateiform von Brother abgespeichert.20160612_R2D2_ITH_03Mit diesen Dateien ging es dann nochmal an den Rechner um die Daten zu sichern und um sie  entsprechend farblich zu gruppieren, damit ich dann immer alle zusammengehörigen Teile mit einmal aus dem passenden Stoff zuschneiden kann. 20160612_R2D2_ITH_02Und damit wieder zurück zum Scan’N’Cut, die entsprechenden Stoffe auf die Schneidematte geklebt, die passenden Parameter eingestellt  und los geht’s.20160612_R2D2_ITH_05Ich bin immer wieder fasziniert, wie genau der Scan’N’Cut (liebevoll Capt. Cutty genannt) schneidet. Im nächsten Bild seht Ihr alle Stoffzuschnitte gemeinsam. 20160612_R2D2_ITH_07Auf die Rückseite des Stoffes hatte ich vor dem Schneiden übrigens ein Applikationsvlies (lite Steam’a’Seam 2) aufgebügelt. Das hat gleich 3 Vorteile, erstens ist der Stoff stabiler und lässt sich mit den Scan’N’Cut besser schneiden, zweitens franst er weder beim Schneiden noch danach aus und drittens ist dieses Vlies selbstklebend, die ausgeschnittenen Teile lassen sich also gut dort positionieren, wo sie aufgebügelt werden sollen, ohne zu verrutschen, wenn man das Bügeleisen drauf setzt. Vor allem bei den kleinen Teilen sehr praktisch, die kann man sonst so schlecht in Position halten, ohne sich die Finger zu verbrennen.

Und wenn Ihr bis hierhin mit durchgehalten habt beim Lesen, kann ich euch sagen, jetzt geht’s endlich los mit Sticken und ITH. Also ein ausreißbares Stickvlies in den größten Stickrahmen (übrigens 26 cm x 40 cm groß) spannen und los sticken. 20160615_R2D2_ITH_08Tja und dann sitzt man da so, wechselt entsprechend der Stickdatei die Fadenfarbe und bügelt in die entsprechend aufgestickten Markierungen nach und nach die Applikationsstoffe auf.20160615_R2D2_ITH_09So langsam nimmt R2D2 Form an und obwohl ja eigentlich die Maschine die Arbeit macht braucht man schon etwas Geduld. Aber es ist ein tolles Gefühl, wenn die eigene Idee so langsam aber sicher Realität wird. Im nächsten Bild ist es schon fast geschafft.20160616_R2D2_ITH_10Ein kleines Detail fehlt aber noch an R2D2, nämlich seine Kamera an der Seite. Die habe ich einzeln gearbeitet und dann zwischen Vorder- und Rückseite gefasst, so dass sie so schön seitlich abstehen kann (keine Sorge, Ihr seht gleich wie es es meine). Gestickt ist sie auch ITH, aber im kleinsten Stickrahmen (5 cm x 7,2 cm). Im Bild seht ihr den ersten ITH Schritt, bei dem der Stoff für die Vorderseite auf dem Stickvlies befestigt wird.20160612_R2D2_ITH_04Nachdem alles zusammengenäht ist, wird das ganze dann aus dem Stickrahmen und vom Stickvlies befreit und aus dem überstehend Stoff mit Nahtzugabe ausgeschnitten und umgedreht. Von diesem Schritt habe ich leider vergessen Fotos zu machen. 🙁

Deshalb seht Ihr hier das Ergebnis nach dem Wende, sehr hübsch aber noch etwas platt.20160618_R2D2_ITH_11Ihr glaubt gar nicht wieviel Füllwatte in so ein Plüschi passt. Dann noch die Wendeöffnung schließen und freuen!20160618_R2D2_ITH_13Was ich nicht bedacht hatte ist, wie stark das Ausstopfen die Proportionen ändern würde, nun sieht er etwas „auf Diät“ aus. 🙂 Naja, schlimm ist es zum Glück ja nicht, R2D2 ist gut zu erkennen, er ist viel schöner geworden als ich gehofft hatte und er ist mein erstes ITH, nun hab ich erst so richtig Blut an dieser Technik geleckt und unglaublich viel dabei gelernt.

Und da ich ja 2D in 3D versprochen hatte, hier der ITH R2D2 neben seinem Ideengeber auf dem Kissen. Dieses ist übrigens 40 cm hoch, da könnt Ihr euch vorstellen, wie groß der ITH R2D2 ist.20160618_R2D2_ITH_12

Demnächst gibt es dann auch noch ein richtiges Tutorial zum ITH, dann auch mit den hier fehlenden Schritten! Muss nur noch überlegen, welche Figur es dann werden soll. 🙂

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